Foto Refugee Class

Refugee Class – Musik kennt keine Grenzen

Kulturelles Wachstum ist nur möglich, wenn den Kulturschaffenden keine Schranken gesetzt werden – das wurde im Modul 3 der Refugee Class deutlich. Refugee Class kamen Teilnehmer*innen aus Tschad, Kamerun, Eritrea, Syrien, Iran, Irak und Afghanistan an der UdK Berlin zusammen. Vertreten waren so unterschiedliche Projekte wie die Afghanische Rapgruppe 143Band, das Syrische Fusion Projekt Fattoush, oder der Komponist Nabil Arbaain. Die anwesenden Musiker*innen haben bereits begonnen sich mit ihren deutschen Kolleg*innen zu vernetzen – doch obwohl Sie bereits in Deutschland sind gibt es für Sie noch einige Hürden zu überwinden.

Hürden für die Newcomer

Neu angekommene Musiker*innen dürfen aufgrund der Residenzpflicht Berlin nicht verlassen und auch länger hier residierende Acts dürfen Aufgrund der bürokratischen Auflagen keine Konzertanfragen aus dem Europäischen Ausland annehmen. Ein weiteres großes Hindernis für den Erfolg: in der ersten Zeit ihres Aufenthaltes dürfen geflüchtete Musiker*innen offiziell keine Gagen entgegen nehmen, selbst wenn sie bereits Konzertsäle füllen.

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Eindrücke von der Refugee Class gibt es im Radio zu Hören (Marlene Küster/ SWR2)

Jeden Tag ein neues Thema

Im ersten Teil des Kurses gab Matthias Krebs von DigiMediaL_Musik eine Einführung zum Thema Social Media für Musiker*innen. In Zusammenarbeit mit den Teilnehmer*innen wurde dabei jeweils eine Landing Page gestaltet, hier bsw. die Seite von Nabil Arbaain und Venant Ntiomo. Zum Teil wurden auch die hiermit vernetzten Social Media Seiten überarbeitet.

Berliner Musiker Treff 3Im Anschluss fuhren die Kursteilnehmer*innen gemeinsam mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Zosch, um am monatlich stattfindenden Berliner Musiker Treff teilzunehmen und sich mit Berliner Musiker*innen zu vernetzen. Berthold Maß vom Bandbüro Berlin war vor Ort und beantwortete viele Fragen über Proberäume, Treffpunkte für Musiker*innen, sowie Netzwerke und analoge Kommunikationsplattformen.

 

Vernetzung mit Berliner Kolleg*innen beim monatlichen Berliner Musiker Treff
Am folgenden Tag unterrichtete Leonard Schulz von der Berliner Band “Il Civetto” mit dem Schwerpunkt auf Facebook. Dabei konnte er von den sehr selbstbewussten Teilnehmenden selbst noch ein paar Kniffe lernen. Es kam zu einer intensiven Diskussion die auch mit dem offiziellen Unterrichtsende lange nicht vorbei war. Besonders besprochen wurden dabei die sich wandelnden Algorithmen von Facebook; Strategien um Aufmerksamkeit für eigene Inhalte zu erreichen – z.b. wichtige Botschaften durch eine Mini-Kampagne anzuteasen.

Refugee Class Profil 2

In der Refugee Class wurde intensiv mit den einzelnen Künstler*innen gearbeitet. Dabei entstanden unter Anderem Online Profile im Hochglanz Look.

In der dritten Sitzung am 4. Mai erzählte Florent Mannant von der Band “Dirty Honkers” vom Leben als (ausländischer) Musiker in Berlin. Zur Sprache kamen Regeln und Rechtspraxis für Auftritte im öffentlichen Raum. Dann wurde sehr intensiv mit den einzelnen Teilnehmenden gearbeitet und konkrete Booking- und Verhandlungsstrategien durchgesprochen. Dabei kam es neben sehr detailliertem Input von Florent Mannant viele Hinweise aus der Peer-Group.

Ausblick : Refugee Class Reloaded

Ziel im 3. Modul der Refugee Class war es – entsprechend dem Niveau der UDK – mit professionellen MusikerInnen zu arbeiten. Im Vorfeld hatte die Sorge bestanden zu viele unqualifizierte Teilnehmer*innen zu erreichen. Trotz dem erfreulichen Rücklauf von 12-14 schriftlichen Anmeldungen für jede Session kamen deutlich weniger Teilnehmer*innen tatsächlich zum Unterricht. Die Anwesenden waren jedoch auf einem so fortgeschrittenen Nivau, dass die Diskussionen untereinander sehr angeregt verliefen und auch die Dozent*innen noch einiges Lernen konnten.

Dank der Lernerfahrungen und des entstandenen kleinen Kreativnetzwerks besteht großes Interesse an der UdK Berlin, sich für die Inklusion von geflüchteten Künstler*innen einzusetzen. So wird an weiteren Modulen der Refugee Class gearbeitet und im Herbst findet mit SpotOn ein Kurs statt, bei dem Geflüchtete Musiker*innen gemeinsam mit ihren Berliner Kolleg*innen lernen und eigene Projekte umsetzen.

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